Bei den ersten Gesprächen zwischen Aserbaidschan und den ethnischen Armeniern zur Zukunft Berg-Karabachs ist in wichtigen Punkten noch keine Einigung erzielt worden. Die armenische Seite will einer Entwaffnung nur bei Sicherheitsgarantien zustimmen.
Ein Berater der selbsternannten Regierung von Berg-Karabach sagte der Nachrichtenagentur Reuters, seine Seite habe zwar einer Feuerpause mit Aserbaidschan zugestimmt. Ungeklärt sei aber, inwiefern die in Berg-Karabach lebenden Armenier ihre Waffen abgeben. Erst seien Sicherheitsgarantien nötig. Pro-armenische Kräfte warfen der aserbaidschanischen Seite vor, die Waffenruhe zu verletzen.
Die aserbaidschanische Präsidialverwaltung erklärte, man habe zugestimmt, Nahrungsmittel und Treibstoff für die Region bereitzustellen. Zudem habe man über die Wiedereingliederung der rund 120.000 Armenier in Berg-Karabach und die Wiederherstellung der Infrastruktur gesprochen. Eine zweite Verhandlungsrunde soll in Kürze folgen.Aserbaidschan verkündet Sieg
Der aserbaidschanische Präsidenten Aliyev hatte gestern nach den eintägigen Kämpfen den Sieg über die armenischen Separatisten erklärt. In Berg-Karabach werden derzeit tausende Menschen in Sicherheit gebracht. Einheiten der russischen Armee hätten bislang rund 5.000 armenischstämmige Menschen aus besonders gefährdeten Gegenden herausgeholt, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Der Menschenrechtsbeauftragte Berg-Karabachs sprach von Evakuierungen ganzer Ortschaften.
Die Region gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt; eine Anfang der 1990er Jahre verkündete Unabhängigkeit wurde international nicht anerkannt. Nun werden Gräueltaten an den Karabach-Armeniern und ihre Vertreibung befürchtet. Der UNO-Sicherheitsrat berief für heute eine Dringlichkeitssitzung ein.