Wie spitze ist die deutsche Forschung noch, wenn sie beim Nobelpreis für die wichtigste Impfstoffentwicklung der vergangenen Jahre nicht berücksichtigt wird? Zeit zur Selbstreflexion.
Die Ungarin Katalin Karikó und den US-Forscher Drew Weissman werden im Oktober in Frack und Kleid in Stockholm dem schwedischen Königspaar die Hände schütteln. Hingegen der Anteil der deutschen Forschung an dieser einzigartigen Jahrhundertleistung, einen Impfstoff gegen eine völlig neuartige Viruserkrankung binnen eines Jahres zu entwickeln, wird nicht berücksichtigt.
Egal, könnte man sagen. Lieber Geld als Ruhm. Ein großer Anteil der Milliarden-Erlöse der Corona-Impfstoffe und der RNA-Vakzine, die da noch kommen mögen, fließen ja dennoch nach Mainz, welche Bedeutung kann da schon eine schwedische Auszeichnung haben.Aktuelle Nachrichten, Hintergründe und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.
Weit gefehlt. Es hat durchaus etwas Tragisches, dass in dem einzigen Moment, in dem die Weltöffentlichkeit Bilanz zieht, welche Forscherinnen und Forscher hinter den RNA-Impfstoffen stecken, die jahrzehntelange Sisiphos-Arbeit von Pionieren wie Özlem Türeci und Uğur Şahin, den Biontech-Gründern, und Ingmar Hoerr, dem Curevac-Gründer, nicht einmal teilweise Erwähnung findet.
Wohlgemerkt: Natürlich ist der Nobelpreis für Karikó und Weissman absolut verdient. Verständlich auch, dass ein dritter Preisträger den Statuten zufolge zwar möglich, es aber wohl schwierig gewesen wäre, einen weiteren der vielen Forschenden, die zum Erfolg der RNA-Impfstoffe beigetragen haben, dafür auszuwählen. Außerdem zeichnet der Nobelpreis eher Forschung, nicht die mühsame Entwicklung einer Entdeckung zu einem Medikament aus.
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