Erstmals verhängt die EU Sanktionen gegen Energieimporte aus Russland. Das trifft auch Deutschland. Ökonomen erwarten Probleme. Ein Text von hanneskoch.
BERLIN taz | In den vergangenen Wochen hatte sich die Bundesregierung stets vehement gegen den sofortigen Stopp von Energielieferungen aus Russland und für einen kontrollierten Ausstieg ausgesprochen. Sonst werde die deutsche Wirtschaft schwer geschädigt, lautete eines der Standardargumente von Wirtschaftsminister Robert Habeck .
Die EU arbeite bereits an zusätzlichen Sanktionen, darunter auch Öl-Importe, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Erdgas erwähnte sie nicht. Russische Steinkohle mache etwa die Hälfte des deutschen Kohleverbrauchs aus, schrieb das Wirtschaftsministerium vor zehn Tagen in seinem „Fortschrittsbericht Energiesicherheit“. Der Brennstoff wird unter anderem in Kraftwerken zur Stromerzeugung und in der Stahlindustrie eingesetzt.
2021 wurde laut Bundesverband der Energiewirtschaft knapp 10 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms in Steinkohle-Kraftwerken produziert: „Steinkohle wird weltweit gehandelt, bei reduzierten Lieferungen aus Russland können unter bestimmten Voraussetzungen Lieferungen aus anderen Staaten erhöht werden.“
Punktuelle Schwierigkeiten Die geplante Verringerung beim Import von Kohle treffe weder den russischen Präsidenten Wladimir Putin noch Deutschland sonderlich hart, sagte Ökonomie-Professor Jens Südekum von der Uni Düsseldorf. Nun gehe es eben schneller als gedacht.
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