Besuch im Fontane-Archiv in der Potsdamer Villa Quandt: Ein verzweifelter Engländer fragt, wann die Website wieder funktioniert.
Die Website des Fontane-Archivs ist abgestürzt. Innerhalb weniger Minuten erhält Anna Busch, die stellvertretende Leiterin des Archivs, eine Mail. Ein Engländer schreibt ihr, er sei verzweifelt. Es kommen noch mehr Zuschriften von Nutzern: „Sie würden gerade an etwas arbeiten und das Archiv solle Bescheid sagen, wie lange es dauert, bis die Website wieder funktioniert“, erzählt Anna Busch. Glücklicherweise konnte das Problem schnell behoben werden.
Durch den Zugang zu Primärquellen können Menschen Informationen direkt aus diesen vertrauenswürdigen Quellen erhalten. Und das ist wichtig, denn in dem Zeitalter der sozialen Medien ist es leichter denn je, Informationen schnell und weit zu verbreiten – auch Fehlinformationen. Die Möglichkeit, auf archivierte Materialien zuzugreifen, hilft dabei, Fehlinformationen zu entlarven und Fakten zu überprüfen.
Die langfristige Verwahrung von Papier erfordert zwar einen erheblichen technischen Aufwand, doch erfordert auch die Digitalisierung der Archivalien Kosten und Ressourcen. Es fehlt an Zeit und Personal in Archiven, zumal unter den Mitarbeitenden oftmals die digitale Kompetenz fehlt. Anna Busch sagt: „Unsere Bestände sind so, dass man das stemmen kann, einmal alles zu digitalisieren.“ Aber das haben bisher noch nicht so viele in dem Umfang geschafft.
Denn mit der Digitalisierung gehen viele Probleme einher. Beispielsweise gibt es kein einheitliches Datenformat für Handschriftendigitalisierung. Das liegt insbesondere daran, dass literarische Nachlässe sich nicht nur in Literaturarchiven, sondern auch in Bibliotheken, Museen sowie städtischen und staatlichen Archiven befinden, die nach unterschiedlichen Verzeichnislogiken arbeiten.
Zusätzlich konkurrieren staatliche Archive mit privaten Käufern, wenn es um den Erwerb von Nachlässen geht. Autoren und Nachlassverwalter erzielen hohe Summen beim Verkauf von Manuskripten und Briefen, da können staatlich finanzierte Institutionen wie das Fontane-Archiv oftmals nur schwer mithalten. Gelangt ein Nachlass in private Hände, ist ein öffentlicher Zugang verwehrt, der für viele von Relevanz sein könnte.
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