Das deutsche Klimaziel für 2030 scheint wieder erreichbar. Laut einem aktuellen Bericht des Umweltbundesamts hat es im vergangenen Jahr den stärksten Rückgang von Treibhausgasemissionen seit 1990 gegeben. Handlungsbedarf wird jedoch in den Bereichen Verkehr und Gebäude gesehen.
Mit 673 Millionen Tonnen wurden 2023 rund zehn Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 2022, teilten Klimaministerium und Umweltbundesamt mit. Gründe sind vor allem, dass weniger Kohle in Kraftwerken verbrannt wurde und auch dass sich die deutsche Wirtschaft in einer Rezession befindet.
Die Bundesregierung hält die Klimaschutzziele bis 2030 für erreichbar. Das Umweltbundesamt erwartet einen Rückgang der Treibhausgasemissionen bis 2030 um knapp 64 Prozent im Vergleich zu 1990. Im vergangenen Jahr erwartete man nur eine Minderung um 63 Prozent, im Jahr davor sogar nur um 49 Prozent. Deutschland will bis 2030 seine Emissionen um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 verringern. Derzeit liegt man bei etwa 46 Prozent. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein.
Hinter den vordergründig guten Emissionszahlen steckten zu einem großen Teil deutliche Produktionsrückgänge in der energieintensiven Industrie. Die Umweltorganisation WWF betonte, wirkungsvoll werde der Emissionsrückgang nur, wenn er auf strategischem Klimaschutz und dem zukunftsfähigen Umbau der Wirtschaft fuße.
Der Verkehrsclub Deutschland, der sich für eine umweltverträgliche Verkehrswende einsetzt, warnte, dass das"Versagen" im Mobilitätssektor die nationalen und europäischen Klimavorgaben gefährde. Im Falle der europäischen Klimaschutzverordnung habe dies teure Konsequenzen. Schon um drohende Strafen in Milliardenhöhe zu vermeiden, müssten endlich alle Schalter umgelegt werden, hieß es vom Verkehrsclub Deutschland.