Der Berliner Maler zählt zu den wichtigsten Gegenwartskünstlern, nicht bloß in Deutschland. In Berlin wurde er berühmt für seine bösen Buben. Ein Porträt zur Berlin Art Week.
Bisky erfindet originelle Bezeichnungen. „Zeit-Tunnel“ ist auch so eine. Und er zieht uns hinein, biografisch, topografisch. Denn irgendwie ist das alles noch da, tief drin in den Bildern: woher er kommt, aus dem Osten, aus dem kleinen Land zwischen Ostsee und Thüringer Wald – mit der großen, krachend gescheiterten gesellschaftlichen Utopie eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz.
, die Mauer, den Pionier-Drill, die verlogene FDJ-Romantik und den Irrglauben, auf der besseren deutschen Seite zu stehen, aus dem Leib gemalt hat. Und zu seinem künstlerischen Individualismus fand.Nina Raasch für Berliner Zeitung am WochenendeNorbert Bisky war 19, als die Mauer fiel.
Heute zählt der damals von den Ereignissen Durchgeschüttelte zweifellos zu den wichtigsten Gegenwartskünstlern, nicht bloß in Deutschland. Jahre nach der Meisterschülerzeit bei Baselitz fuhr er von Berlin aus regelmäßig für eine Gastprofessur nach Genf, an die dortige Kunstakademie, und lehrte danach bis 2018 an der Kunsthochschule Braunschweig. An der Kunsthochschule Weißensee hätten ihn viele im Kollegium gerne gehabt.
Norbert Bisky sagt, Berlin sei das richtige Pflaster für seine Malerei. Wenn er Abstand braucht, sucht er diesen in Andalusien, wo er eine Hütte hat, wie andere Leute in der Uckermark eine Datsche. Seit seinem zehnten Lebensjahr lebt der 1970 ingeborene Sohn des 2013 verstorbenen Film-Hochschul-Lehrers und Linke-Politikers Lothar Bisky in Berlin.
-Gänger, der dem legendären Friedrichshainer Techno-Club schon vor Jahren ein großes Gemälde an die Wand gemalt hat.In Berlin wurde er berühmt für seine Böse-Buben-Bilder: Pioniere und FDJler am Lagerfeuer, NVA-Soldaten. Er malte all die abstrusen DDR-Rituale, den ideologischen Drill, Wehrkunde und Staatsbürgerkunde.